Gute Unterrichtsnotizen entstehen in drei Phasen – vor, während und nach dem Unterricht. Sie werden nicht einmal schnell hingeschrieben und dann vergessen. Es geht nicht darum, alles aufzuschreiben. Halte fest, was wichtig ist, und beschäftige dich danach noch einmal damit, damit es im Gedächtnis bleibt. Mit diesem einfachen System machst du Notizen, die dir beim Lernen wirklich helfen.

Die drei Phasen beim Mitschreiben

Vor dem Unterricht: Sieh dir die Notizen der letzten Stunde an und überfliege den Lesestoff. So sind dir die neuen Inhalte nicht völlig fremd und du weißt schon, welche Begriffe vorkommen werden. Während des Unterrichts: Achte auf Signalformulierungen wie „Der wichtigste Punkt ist …“ oder „Es gibt drei Gründe …“. Schreibe zügig und nutze Abkürzungen. Markiere alles, was dir unklar ist, mit einem „?“. Nach dem Unterricht: Schreibe Abkürzungen aus, ergänze Lücken mithilfe des Textes und wiederhole den Stoff innerhalb von 24 Stunden – ohne Wiederholung nimmt die Erinnerung schnell stark ab[1].

Dieser Kreislauf aus Vorbereitung, Mitschreiben und Nachbereitung ist die Grundlage der Notizsysteme, die Lernzentren wie die der Northern Arizona University empfehlen[2].

Notizen im Unterricht: Schritt für Schritt

  1. Komm vorbereitet. Wiederhole deine bisherigen Notizen, lies den vorgesehenen Text und lege alle Materialien bereit. Ein Platz weit vorne verbessert die Konzentration und die Noten.
  2. Nutze immer dieselbe Methode. Zur Auswahl stehen die Cornell-Methode (Stichwörter / Notizen / Zusammenfassung), die Gliederungsmethode (eingerückte Aufzählungspunkte) oder eine Zwei-Spalten-Methode mit „Konzept / Beispiel“. Entscheide dich für eine und bleib in jedem Kurs dabei.
  3. Halte Kernaussagen fest, nicht jedes einzelne Wort. Formuliere Gedanken in deinen eigenen Worten. Formeln und Definitionen schreibst du dagegen genau auf.
  4. Markiere, was du nicht verstehst. Ein „?“ neben einem unklaren Punkt zeigt dir genau, was du in der Sprechstunde klären möchtest. So musst du dort nicht erst überlegen, worum es ging.
  5. Wiederhole und überarbeite deine Notizen innerhalb von 24 Stunden. Direkt nach dem Lernen ist die Erinnerung noch anfällig[1]. Eine kurze Überarbeitung hilft, den Stoff zu verankern.
  6. Ordne deine Notizen so, dass du sie später wiederfindest. In einer Notiz-App wie EasyNotes kannst du Gliederungspunkte einrücken, Notizen nach Kurs kennzeichnen und jede Seite durchsuchen. Dann suchst du einfach nach „dieser Sache mit der Mitose“, statt dich durch mehrere Hefte zu wühlen.

Eine einfache Vorlage für Unterrichtsnotizen (zum Kopieren)

  • Kopfzeile: Kurs, Datum, Thema
  • Kernaussagen: in deinen eigenen Worten, ein Gedanke pro Zeile
  • Genaue Angaben: Formeln, Definitionen und Daten wortgetreu aufschreiben
  • „?“-Markierungen: alles Unklare, das du in der Sprechstunde klären möchtest
  • Wiederholung nach 24 Stunden: Abkürzungen ausschreiben, Lücken ergänzen

Häufige Fehler

  • Alles aufschreiben. Dadurch hörst du nicht mehr richtig zu. Halte den Gedanken fest, nicht den ganzen Satz.
  • Die Notizen nie wiederholen. Notizen, die bis zur Prüfung ungeöffnet bleiben, verlieren den größten Teil ihres Werts. Wiederhole sie innerhalb von 24 Stunden.
  • Ein Notizbuch für alle Fächer verwenden. Trenne deine Notizen nach Kursen, damit jeder Themenbereich übersichtlich bleibt.
  • Lücken nicht markieren. Ein unklarer Punkt ohne „?“ bleibt unklar. Markiere ihn.

FAQ

Nutze einen Kreislauf aus drei Phasen: Wiederhole den bisherigen Stoff vor dem Unterricht, halte währenddessen die Kernaussagen statt jedes einzelnen Worts fest und überarbeite deine Notizen danach innerhalb von 24 Stunden. Entscheide dich für eine Methode – Cornell, Gliederung oder zwei Spalten – und nutze sie immer wieder, damit du beim Lernen ein einheitliches System hast.

Handschriftliches Schreiben hilft dabei, Inhalte zu verarbeiten und sich an sie zu erinnern. Tippen ist schneller, wenn du viel festhalten musst. Viele schreiben im Unterricht mit der Hand und tippen bei der Wiederholung eine saubere Fassung ab. Die Wiederholung ist wichtiger als das gewählte Werkzeug – erledige sie innerhalb von 24 Stunden.

Wiederhole den Stoff bald nach dem Unterricht – ohne Wiederholung verblasst die Erinnerung schnell[1]. Schreibe Abkürzungen aus, ergänze Lücken mithilfe des Textes und lies deine Notizen im Laufe des Kurses regelmäßig erneut, nicht nur vor der Prüfung. Aktives Wiederholen bringt mehr, als den Stoff nur einmal erneut zu lesen.

Markiere die betreffenden Stellen im Unterricht mit einem „?“ und kläre sie danach in der Sprechstunde oder mit einer Lerngruppe. Lass sie nicht ungeklärt stehen – ein unklarer Punkt, den du nicht markierst, bleibt womöglich bis zur Prüfung unklar.

Fazit

Die besten Notizen sind nicht die vollständigsten, sondern die, mit denen du dich am häufigsten beschäftigst. Bereite dich vor dem Unterricht vor, halte währenddessen den Gedanken statt jedes einzelnen Worts fest und überarbeite deine Notizen danach innerhalb von 24 Stunden. So werden sie zu einem Lernwerkzeug, das dich bis zur Prüfung begleitet.

Quellen

  1. Ebbinghaus, H. (1885). Memory: A Contribution to Experimental Psychology. (Vergessenskurve – zeitnah wiederholen, um das Gelernte zu behalten.)
  2. Northern Arizona University. „Note Taking Strategies“. Academic Success Centers. https://in.nau.edu/academic-success-centers/note-taking-strategies/